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Datum:22.10.2021
Kategorie: Kultur
Autor: Pressestelle

Der „Corona-Blues“ weicht einem vorsichtigen Optimismus

14 Förderbescheide übergab Landrat Frank Kilian an Kulturschaffende im Untertaunus.

Programm „Neustart der Kulturszene im Rheingau-Taunus-Kreis“: Landrat Frank Kilian übergab 14 Förderbescheide an Kulturschaffende im Untertaunus

„Es war eine stille Zeit, in der ich mich ein Stückweit auch entmündigt gefühlt habe“, fasst die freischaffende Künstlerin Ulrike Schmidt aus Heidenrod ihre eigenen Eindrücke der vergangenen 18 Monate zusammen und meint die Corona-Pandemie und die Auswirkungen des Lockdowns auf sie persönlich und auf die Kulturszene im Rheingau-Taunus-Kreis wie überregional. Letztlich wurde in der Pandemie die Ampel zwei Mal auf „rot“ gestellt, ohne dass „wir etwas dagegen tun konnten“: „Nichts ging mehr!“, inzwischen kann Ulrike Schmidt wieder ihre Ferien-Malworkshops für Jugendliche im Freien durchführen.

„Die zwei Kurse in den Herbstferien sind ausgebucht“, berichtet Ulrike Schmidt, die sich sichtlich freut, endlich wieder kreativ-künstlerisch tätig sein zu können. Dies hat nicht nur für sie positive Auswirkungen. „Die Jugendlichen haben so sehr unter Corona gelitten. Von ihnen war mancher die gesamte Zeit nicht in der Schule. Sie konnten so keine Freunde treffen“, zitiert sie aus Gesprächen mit den Jugendlichen. Der wehmütige „Corona-Blues“ scheint nun jedoch einem vorsichtigen Optimismus zu weichen.

Die Künstlerinnen und Künstler sowie die unzähligen Mitarbeitenden der Kulturbranche vor und hinter der Bühne wollen nach der schwierigen Corona-Zeit, die für viele existenzgefährden war, nun wieder nach vorne blicken und dabei unterstützt sie der Rheingau-Taunus-Kreis. So konnten Landrat Frank Kilian und die Kulturbeauftragte Sabine Stemmler-Heß am Dienstag im Barockhaus in Laufenselden 14 von insgesamt 29 Förderbescheiden im Rahmen des Programms „Neustart der Kulturszene im Rheingau-Taunus-Kreis“ an Kulturschaffende aus dem Untertaunus übergeben.

Optimistisch blickt auch Heidenrods Bürgermeister Volker Diefenbach in die nähere Zukunft. Er freut sich darauf, dass die Vereine mit ihren kulturellen Events wieder loslegen können, erwartet aber gleichzeitig auch eine Kontroverse um die Frage, wer darf bei den Veranstaltung live dabei sein. Für Landrat Frank Kilian sind „die Monate der Abstinenz“ endlich vorbei. Es gebe wieder kulturelle Veranstaltungen nach dem monatelangen Lockdown und den Einschränkungen im Rheingau-Taunus-Kreis. „Es war eine schwierige Zeit für die Künstlerinnen und Künstler sowie den vielen Menschen hinter und vor den Kulissen, wie Beleuchter, Tontechniker, Kostümschneider und so weiter.“

Als „der Hilferuf“ aus dem Kreis der Kulturschaffenden erklang, habe der Rheingau-Taunus-Kreis sofort und effektiv reagiert und ein niederschwelliges Angebot vorgelegt. Frank Kilian: „Wir wissen natürlich um die Bedeutung der Kulturvereine, der Künstlerinnen und Künstler für unsere Gesellschaft und wir können einschätzen, wie sie unter Corona gelitten haben. Es gab keine Möglichkeit zum Auftritt oder um Kurse durchzuführen.“ Das Förderprogramm „Neustart der Kulturszene im Rheingau-Taunus-Kreis“, das von Landrat Kilian und Kultur-Dezernentin Dorothee Nabrotzky aufgelegt wurde, sollte das Formular – im Gegensatz zu den Förderanträgen von Bund und Land, „für die sehr viel Papierkram zu erledigen war“, so ein Anwesender –  schnell und unkompliziert ausfüllbar sein. „Das ist gelungen“, lautete das Lob von allen Seiten.

Insgesamt 14 Förderbescheide – 15 weitere wurden in der vergangenen Woche in Rüdesheim am Rhein für den Rheingau vergeben – überreichten Landrat Kilian und die Kulturbeauftragte Sabine Stemmler-Heß in Vertretung der Kultur-Dezernentin. Das Kellertheater Michelbach wird das Geld laut Alexandra Maria Lorey für eine abgewandelte Version des Klassikers „Diner for One“ verwenden. Sie habe um das Theaterstück noch eine Geschichte herumgeschrieben. „Gruselig aber auch herzerwärmend“ geht es zu Halloween im Kino in Bad Schwalbach zu. Es gibt gruselige Filme in einer „Halloween“-Dekoration zu sehen, erläuterte Christian Dämgen. Im Repertoire des Kinos sind aber auch Filme für die ganze Familie. Im Advent serviert Dämgen am Brodelbrunnen der Kreisstadt Glühwein und Waffeln zum Filmerlebnis.

In Vertretung von Romina Vaccaro nahm Günther Janisch den Förderbescheid für die Internationale Opernakademie in Bad Schwalbach entgegen. Die Akademie wird eine szenische Aufführung von Lehars „Lustige Witwe“ mit großer Besetzung auf die Bühne bringen. Mit dabei sind Studierende, Absolventen und ein großes Orchester, denn schließlich, so Janisch, „müssen Künstler auf der Bühne stehen, damit ihre Stimmen den vollen Klang erzeugen kann“. Ulrike Schmidt führt einen Herbstferienmalworkshop durch. Die Kulturvereinigung Heidenrod plant nach den Aussagen von Prof. Klaus Werk fünf Livestream-Konzerte aus dem Barockhaus Laufenselden mit Musikern und Künstlern aus der Region. Erstmals gibt es zudem eine Kunstausstellung mit Bildern des Malers Walter Prescher van Ed. Prof. Werk: „Unser Aufruf war erfolgreich. 50 Personen meldeten sich darauf, die Bilder von Walter Prescher van Ed besitzen und diese für eine viertägige Ausstellung an Pfingsten 2022 zur Verfügung stellen.“

Thomas Albrecht und die Musikschule Hünstetten / Taunusstein „bringen den Broadway in den Taunus“. Gemeinsam führt die Schule das erfolgreiche Musical „Natürlich blond“ auf. Sebastian Kroll berichtete von den Plänen des Kartenhaus-Ensembles in Hohenstein, das auch als Plattform und Auftrittsmöglichkeit für viele selbstständige Künstlerinnen und Künstler dient. Zudem steht eine Neuinszenierung auf dem Programm. „Die Schließung während der Corona-Pandemie war bitter“, berichtet Gabi Schu von der Strinzer „Bücherstubb“ in Hohenstein. Doch blicken sie und ihr Team nach vorne und führen eine Autorenlesung im Rahmen eines Adventsbastelns in der Bibliothek durch.

Die „Mini-Maxis“ des SKV Oberlibbach sind für ihre Familien-Musicals bekannt. Die Pandemie forderte von den jungen Künstlern eine neue Form der Darstellung. „Wir haben inzwischen vier Videos aufgenommen und es sollen noch mehr werden“, berichtete Lara Jacobus. Nun heißt das Motto der „Mini-Maxis“ für die nächste Video-Produktion „Fliege Deinen Traum“. Klaus-Dieter Trispel von den Theaterfreunden in Oberjosbach plant drei Kleinkunst-Aufführungen unter dem Motto „Alles fließt“. Auf dem Programm stehen Comedy, Kabarett und Musik und viel Spaß für die Zuschauer, die „Corona für einige Stunden vergessen sollen“. Das „Zentrum Alte Kirche“ in Niedernhausen hat eine Open-Air-Veranstaltung mit Henni Nachtsheim auf dem Wilrjikplatz erfolgreich durchgeführt, so Eva-Maria Ebeling.

Um ein Jahr verschieben – wegen Corona – musste der TuS Steinfischbach 1904 sein Event „Kultur für alle“ berichtete Andreas Warnck. Im September in diesem Jahr fand das Konzert mit „Eine Band namens Wanda“ aber statt. „Die Menschen freuten sich, endlich wieder zu einem Konzert nach draußen gehen zu können“, gibt Warnck die Stimmung wieder.

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